Abrechnung bei negativen Preisen

Wenn ein hohes Strom-Angebot auf eine schwache Strom-Nachfrage trifft, können die Preise für Strom an der Börse auch auf Null fallen oder negativ werden. Das EEG  und auch das KWKG sehen für diesen Fall spezielle Regelungen in Bezug auf die Förderung und Vergütung vor.

1 Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Gemäß § 24 EEG beziehungsweise § 55 EEG 2017 verringert sich der Vergütungsanspruch (anzulegender Wert) auf Null, wenn in mindestens sechs aufeinanderfolgenden Stunden der Wert des Börsenpreises am Spotmarkt der Strombörse EPEX Spot SE in Paris negativ ist. Für den während dieser Zeit produzierten Strom besteht kein Vergütungsanspruch.

Betroffen sind grundsätzlich alle Windenergieanlagen mit Inbetriebnahme ab dem 1. Januar 2016 und einer installierten Leistung ≥ 3.000 kW sowie alle weiteren durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz geförderten Anlagen mit Inbetriebnahme ab dem 1. Januar 2016 und einer installierten Leistung ≥ 500 kW.

Die Korrektur der Vergütung während der Zeiträume mit negativen Börsenpreisen wird anhand der gemessenen Lastgangdaten vorgenommen.

2 Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG)

Gemäß § 7 Absatz 8 KWKG 2016 besteht kein Anspruch auf die Zahlung von KWK-Zuschlägen für Zeiträume, in denen der Wert der Stundenkontrakte für die Preiszone Deutschland / Österreich am Spotmarkt der Strombörse EPEX Spot SE in Paris Null oder negativ ist. Der in diesen Zeiträumen erzeugte Strom wird jedoch nicht auf die Dauer der Zuschlagszahlung angerechnet, sodass Ihnen dadurch keine Förderung verloren geht.

Betroffen sind grundsätzlich alle KWK-Anlagen im Geltungsbereich des KWKG 2016 mit einer Inbetriebnahme ab dem 1. Januar 2016, sofern sie die Übergangsregelung nach § 35 KWKG 2016 nicht in Anspruch nehmen.

Ebenfalls nicht betroffen sind KWK-Anlagen mit einer elektrischen KWK-Leistung von bis zu 2 Kilowatt, für die der KWK-Zuschlag als pauschale Einmalzahlung gezahlt wurde (§ 9 Absatz 1 KWKG 2016).

Auf der gemeinsamen Internetseite der Übertragungsnetzbetreiber www.netztransparenz.de werden die Zeiträume mit negativen Preisen veröffentlicht.

2.1 Mitteilungspflicht

2.1.1 Betreiber ohne registrierende Lastgangmessung

Betreiber ohne registrierende Lastgangmessung sind nach § 15 Absatz 4 KWKG 2016 verpflichtet, dem zuständigem Netzbetreiber jährlich bis zum 31. März des Folgejahres die erzeugten Strommengen Ihrer KWK-Anlage zu diesen Zeiten mitzuteilen. Kommt der Anlagenbetreiber dieser Verpflichtung nicht nach, müssen wir als Netzbetreiber ein im § 15 Absatz 4 Satz 2 KWKG 2016 vorgegebenes pauschaliertes Verfahren anwenden. In diesem Fall wird der KWK-Zuschlag in den betreffenden Monaten um 5 Prozent pro Kalendertag, an dem der Börsenpreis Null oder negativ war, gekürzt.

Die entsprechenden Zeiträume können auf dem Informationsportal der deutschen Übertragungsnetzbetreiber abgerufen werden.

Die in den betroffenen Zeiträumen erzeugten Mengen können Sie uns über den hier zum Download stehenden Meldebogen mitteilen. Wir werden diese dann bei der Ermittlung der Zuschläge und Vollbenutzungsstunden berücksichtigen. Den Meldebogen schicken Sie bitte bis zum 31. März des Folgejahres an:  netzzugang@enercity-netz.de.

2.1.2 Betreiber mit registrierender Lastgangmessung

Sofern die KWK-Anlage über eine Lastgangmessung am Übergabezähler und am Produktionszähler verfügt, nehmen wir die Korrektur der Zeiträume mit negativen Börsenpreisen anhand der gemessenen Lastgangdaten vor.  Die Betreiber dieser Erzeugungsanlagen sind damit von der Meldepflicht nach § 15 Absatz 4 KWKG 2016 befreit.