Anschluss für Erzeugungsanlagen

Die enercity Netzgesellschaft mbH ermöglicht den Netzanschluss von Anlagen zur Erzeugung von elektrischer Energie (Erzeugungsanlagen) mit einer Nennleistung ab 100 MW an das von ihr betriebene Elektrizitätsversorgungsnetz mit einer Spannung von mindestens 110 kV. Das Verfahren und die einzelnen Schritte zum Netzanschluss von Kraftwerken basieren auf den Vorgaben der Kraftwerks-Netzanschlussverordnung (KraftNAV). Um die technische Sicherheit des von der enercity Netzgesellschaft mbH betriebenen Elektrizitätsversorgungsnetzes zu wahren, sind Anschlüsse an das Hochspannungsnetz nur unter Einhaltung von technischen Mindestanforderungen zulässig. Diese technischen Mindestanforderungen sind insbesondere in den technischen Anschlussbedingungen der enercity Netzgesellschaft mbH niedergelegt.

Netzanschlussprozess für Erzeugungsanlagen

Netzanschlussprozess für Erzeugungsanlagen

Bildbeschreibung: Netzanschlussprozess für Erzeugungsanlagen

Der Netzanschlussprozess beinhaltet folgende wesentliche Punkte:

  1. Prüfung des Anschlussbegehrens
  2. Anschlusszusage
  3. Abschluss des Netzanschlussvertrages
  4. Abschluss weiterer Verträge

1. Qualifiziertes Netzanschlussbegehren des Anschlussinteressenten

Der Anschlussinteressent beantragt schriftlich bei der enercity Netzgesellschaft mbH den Anschluss einer neuen Erzeugungsanlage. Hierzu ist vom Anschlussinteressenten ein qualifiziertes Netzanschlussbegehren zu stellen, das neben dem Antrag mindestens folgende Angaben für die Prüfung der Anfrage enthalten muss:

Eine qualifizierte Anfrage eines Anschlussbegehrens ist ausschließlich schriftlich einzureichen bei:

enercity Netzgesellschaft mbH
Netzvertrieb
Auf der Papenburg 18
30459 Hannover

Eine qualifizierte Anfrage liegt erst vor, wenn alle erforderlichen Daten und Informationen eingereicht wurden. Bei fehlenden Angaben informiert die enercity Netzgesellschaft mbH den Anschlussinteressenten hierüber schriftlich innerhalb von einer Woche. Mit einer Frist von einer Woche sind die fehlenden Angaben vom Anschlussinteressenten nachzureichen.

2. Prüfung des Anschlussbegehrens

Nach Eingang des Antrages mit den erforderlichen Angaben führt die enercity Netzgesellschaft mbH die notwendige Prüfung für eine Anschlusszusage nach den Vorgaben der KraftNAV durch. Voraussetzung hierfür ist der Eingang einer Vorauszahlung in Höhe von 25 Prozent der zu erwartenden Kosten der enercity Netzgesellschaft mbH für die Prüfung. Die netztechnische Untersuchung wird in der Regel nach drei Monaten abgeschlossen. Sofern die Prüfung positiv abgeschlossen wird, wird eine Anschlusszusage erteilt.

Die enercity Netzgesellschaft mbH weist darauf hin, dass sie kein Übertragungsnetzbetreiber ist. Für die Prüfung der netztechnischen Voraussetzungen zum Anschluss von Kraftwerken ist eine Beteiligung des vorgelagerten Übertragungsnetzbetreibers erforderlich. Zu Prüfungszwecken leitet die enercity Netzgesellschaft mbH das bei ihr eingereichte Anschlussbegehren in Kopie an den Übertragungsnetzbetreiber weiter. Zuständiger Übertragungsnetzbetreiber ist die TenneT TSO GmbH.

3. Anschlusszusage

Mit der Anschlusszusage erhält der Anschlussinteressent die Zusage der Reservierung der angefragten Netzanschlussleistung an dem technisch geeigneten Netzanschlusspunkt. Die Anschlusszusage wird wirksam, wenn der Anschlussinteressent die nach KraftNAV festgelegte Reservierungsgebühr (1000 Euro/MW Netzanschlussleistung) innerhalb eines Monats nach Erteilung der Anschlusszusage zahlt. Wird der Netzanschluss des Kraftwerks realisiert, wird die Reservierungsgebühr des Anschlussnehmers auf die zu zahlenden Herstellungskosten des Netzanschlusses angerechnet. Wird der Netzanschluss des Kraftwerks nicht realisiert, erfolgt die Rückerstattung der Reservierungsgebühr nur in den Fällen, in denen der Anschlussnehmer dies nicht zu vertreten hat.

Auf Wunsch des Anschlussnehmers führt die enercity Netzgesellschaft mbH parallel zum weiteren Prozess Berechnungen auf Basis kundenspezifischer Last-, Netz- bzw. Einspeiseszenarien zur Bestimmung der Auslastung des Netzes und möglichen Einschränkungen der Übertragungsfähigkeit des Netzes durch. Somit kann der Anschlussnehmer eigenständig Bewertungen von möglichen Einspeiseeinschränkungen vornehmen.

4. Abschluss des Netzanschlussvertrages

Mit Wirksamwerden der Anschlusszusage wird der weitere Ablauf des Anschlussverfahrens gemäß KraftNAV in Gang gesetzt. Netzbetreiber und Anschlussnehmer stellen einen Verhandlungsfahrplan auf, in dem Fristen zur Vorbereitung des Inhaltes (technische Daten) sowie zum Abschluss eines Netzanschlussvertrages vereinbart werden. Die Anlagen des Netzanschlussvertrages werden spezifiziert. Mit Abschluss des Netzanschlussvertrages wird ein Realisierungsfahrplan über Inhalt, zeitliche Abfolge und Verantwortlichkeiten zur Errichtung der Erzeugungsanlage und zur Realisierung des Netzanschlusses vereinbart. Anschließend werden in der Bauphase die Netzanschlussanlagen errichtet. Der Verhandlungs- und der Realisierungsfahrplan werden durch die enercity Netzgesellschaft mbH unverzüglich der Regulierungsbehörde zur Kenntnis vorgelegt.

Parallel unternimmt die enercity Netzgesellschaft mbH im Bedarfsfall zur Ertüchtigung des Netzes die Maßnahmen, die notwendig sind, damit die eingespeiste Energie vom Netzanschlusspunkt in das öffentliche Netz abtransportiert werden kann.

5. Weitere Verträge

Vor der Inbetriebnahme der neuen Erzeugungsanlage sind des Weiteren ein Netznutzungsvertrag sowie ein Anschlussnutzungsvertrag abzuschließen.