SystemStabilitätsVerordnung - SysStabV

Die dezentrale Stromproduktion aus erneuerbaren Energien und Kraft-Wärme-Kopplung hat inzwischen einen erheblichen Anteil an der Stromversorgung in Deutschland. Auch kleine Anlagen müssen und können einen Beitrag zur Stabilität der Stromnetze in Deutschland leisten.

50,2 Hz-Problematik

Innerhalb der letzten Jahre hat die Einspeisung von Strom aus dezentralen Energieerzeugungsanlagen, insbesondere von Solarstromanlagen erheblich zugenommen. Im Jahr 2011 waren bereits 25 Gigawatt (GW) Photovoltaik (PV) installiert. PV-Anlagen haben damit eine große Bedeutung für die Stromversorgung und auch für die Stabilität des Stromnetzes erreicht.

Viele ältere Anlagen sind noch so eingestellt, dass sie sich bei einer Netzfrequenz von 50,2 Hz schlagartig abschalten. Diese Anlagen entsprechen in Deutschland einer Anlagenleistung von ungefähr neun Großkraftwerken. Das gleichzeitige Abschalten könnte zu deutschlandweiten Versorgungsstörungen führen. Um das hohe Maß an Versorgungssicherheit in Deutschland weiter gewährleisten zu können, wurden gemeinsam vom Bundesumweltministerium, dem Bundeswirtschaftsministerium, den Netzbetreibern und den betroffenen Verbänden Maßnahmen zur Nachrüstung von Photovoltaikanlagen erarbeitet. 

Hierzu ist am 26. Juli 2012 die Systemstabilitätsverordnung in Kraft getreten, die die Netzbetreiber mit der Organisation der Nachrüstung beauftragt. Als Anlagenbetreiber tragen Sie keine Kosten, sind aber im Interesse aller deutschen Stromverbraucher zur Mitwirkung verpflichtet. Mit Datum vom 31.12.2014 müssen alle betroffenen Anlagen umgerüstet sein.

49,5 Hz-Problematik

In einem zweiten Schritt sind auch Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Windenergie, fester Biomasse, Kraft-Wärme-Kopplung, EEG-Gas (zum Beispiel Bio-, Deponie-, Klär-, Grubengas), flüssige Biobrennstoffe und kleine Wasserkraft umzurüsten. Der Gesetzgeber entwickelt zurzeit den zweiten Teil der Systemstabilitätsverordnung.