EEG-Umlage und Strommengen

Sie sind Anlagenbetreiber und wollen Ihren Strom teilweise selbst verbrauchen oder an einen Dritten verkaufen? Dann müssen Sie dafür unter Umständen auch die EEG-Umlage abführen. 

EEG-Umlage für an Dritte gelieferte Strommengen

Betreiber von Photovoltaik- (PV-)/ und Kraft-Wärme-Kopplung- (KWK-) Anlagen sind gemäß § 37 EEG 2012 verpflichtet für von Ihnen produzierten und in räumlicher Nähe / im gleichen Objekt an einen Letztverbraucher gelieferten Strom die Erneuerbare-Energien-Gesetz- (EEG-) Umlage an den Übertragungsnetzbetreiber abzuführen. Der Übertragungsnetzbetreiber TenneT hat dazu auf seiner Internetseite www.tennet.eu unter dem Suchbegriff "EVU-Umsetzungsregeln" die erforderlichen Unterlagen zur Verfügung gestellt.

Was bedeutet das nun für Sie: Wenn Sie den von Ihrer PV-Anlage produzierten Strom beispielsweise an einen Mieter in Ihrem Objekt verkaufen wollen, müssen Sie für diesen Strom die um 2 ct/kWh reduzierte EEG-Umlage an den Übertragungsnetzbetreiber zahlen.

Eigenverbrauchte Strommengen sind bei Anlagen, für die das EEG 2012 gilt, von der Umlage befreit.

EEG-Umlage für selbstverbrauchte Strommengen

Diese Befreiung hat sich mit Inkrafttreten des EEG 2014 für neue Anlagen geändert. Betreiber von neuen PV-/ und KWK-Anlagen, die nach dem 31. Juli 2014 in Betrieb gegangen sind, sind verpflichtet auch auf den von Ihnen produzierten und eigenverbrauchten Strom eine prozentual verringerte EEG-Umlage abzuführen. Die entsprechenden Regelungen sind im § 61 Abs. 1 EEG 2014 beschrieben.

Auszugsweise wollen wir an dieser Stelle einige Regelungen erwähnen. Den genauen Wortlaut entnehmen Sie bitte dem Gesetz.

„Eigenverbrauch" gemäß § 5 Nummer 12 EEG 2014 ist der Verbrauch von Strom, den eine natürlich oder juristische Person im unmittelbaren räumlichen Zusammenhang mit der Stromerzeugungsanlage selbst verbraucht, wenn der Strom nicht durch ein Netz durchgeleitet wird und diese Person die Stromerzeugungsanlage selbst betreibt.

Für diese von Ihnen selbst produzierte und verbrauchte Strommenge ist die EEG-Umlage zu zahlen. Die Höhe ist im § 61 Abs. 1 EEG 2014 gestaffelt. Für bis Ende 2015 eigenverbrauchte Strommengen sind 30 % der EEG-Umlage zu entrichten. Im Jahr 2016 eigenverbrauchte Strommengen werden mit 35 % belastet und ab 2017 beträgt der Prozentsatz 40 % der EEG-Umlage.

Zurzeit entwickelt der Gesetzgeber eine Durchführungsverordnung, in der das Verfahren und die Zuständigkeiten festgelegt werden. In dieser Zeit ruht die Abführung der EEG-Umlage an den Netzbetreiber. Sie wird aber vermutlich rückwirkend anzuführen sein.